Donnerstag, 25. September 2014

Erinnerung

Ein Bild seh' ich voll Sehnsucht mich umschweben,
aus dunkler Nacht zum Lichte sich erheben.
Erinnerung, du trügst mein Augenlicht,
Erinnerung sei ehrlich, lüg' doch bitte nicht!

Dies‘ Bild, es ist vernebelt und verschwommen,
über die Jahre tief ins Innere verronnen.
Begraben war es, in dem tiefsten Schacht,
Vergangenheit, in deiner dunklen Nacht.

Das Bild hält deinen Zauber hell umschlossen.
Dein Blick hat sich in meine Netzhaut festgegossen.
Die Liebe stumm aus deinen Augen spricht,
umschlingst mich fest, doch bleiben - willst du nicht.

O schwinde nicht! Was soll das schnell‘ Enteilen?
Die Liebe soll mit Liebe ja verweilen.
Erinn‘rung komm! Und bleibe, bleibe hier!
Dehn dich ruhig aus, verliere dich in mir!

Zurück der Schmerz, die tiefgefühlte Trauer,
fühl‘ neu die Lust, den wilden Liebesschauer;
Durch Himmel, Hölle, Licht und Finsternis,
spür‘ ich den Kuss, doch auch den Schlangenbiss!

Das alles, alles lehrtest du mich kennen,
und vieles, was ich gar nicht weiß zu nennen.
Was nun wie Feuer mir das Sein durchglüht,
geheimnisvoll durch meine Erinnerung zieht.

(September 2014) © Gedichte/Geschichten - Monika C. Schmid




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